Selfie-Sticks – persönliche Fotoassistenten

 

Das Selfie, sprich das von sich selbst erstellte Portrait – wahlweise alleine oder zusammen mit Freunden oder der Familie – hat in letzter Zeit Hochkonjunktur erfahren. Stars und Sternchen sind auf diesen Trend genauso aufgesprungen wie Normalbürger.

Das Selfie – eine kleine Einleitung

Dass das Selfie in Zeiten des Smartphone entwickelt wurde, ist nicht verwunderlich, da viele die integrierte Kamera in ihrem Handy gerne nutzen. Meist werden die Selfies dann sogleich online gestellt, um es mit anderen zu teilen. Ob es nun Alltagssituationen sind, gestellte Gags oder Urlaubseindrücke, alles wird mit dem Smartphone genauestens dokumentiert, auf den verschiedenen Social-Network-Kanälen wie facebook, instagram & Co. online veröffentlicht und dort entsprechend kommentiert.

Allerdings gelingt das Selfie nicht immer so, wie vom Sich Portraitierenden gewünscht: Mal lugt ein Finger in die Lupe, das Bild ist verwackelt, da man es in einer unbequemen Position schoss oder es sind nur Ausschnitte zu erkennen, da die Distanz nicht groß genug war. Auf diese Schwierigkeiten wurde mit sogenannten Selfie-Sticks reagiert, die mittlerweile immer mehr Verbreitung finden, da sie das Erstellen eines Selfies nicht nur spürbar vereinfachen, sondern in einem Maße perfektionieren, dass das Bild letztendlich professionell wirkt.

Sogenannte Selfie-Sticks vereinfachen das Schießen von Selfies erheblich Foto: pixolga /pixabay
Sogenannte Selfie-Sticks vereinfachen das Schießen von Selfies erheblich
Foto: pixolga /pixabay

Der Selfie-Stick ist eine ausziehbare Teleskopstange, an deren Ende man das Smartphone befestigt, um eine Aufnahme machen zu können. Der Stick wird in einer schrägen Position in der gewünschten Distanz von sich entfernt gehalten und anschließend wird der integrierte Auslöser betätigt. Der Stick selbst erscheint bei korrekter Handhabung nicht auf dem Bild, es sei denn, dies ist gewollt. Die Nachfrage nach diesem persönlichen Fotoassistenten ist groß, denn immer mehr Menschen nutzen inzwischen statt einer Digitalkamera das Smartphone, um Fotos zu schießen, und sind über die Unterstützung durch den Selfie-Stick, der passgenau dafür konzipiert wurde, dankbar.

Zur Entwicklung des Selfie-Sticks

Gewissermaßen der „Vater“ des Selfie-Sticks ist der kanadische Unternehmer und Erfinder Wayne Fromm. Die Idee zur Entwicklung des Sticks entstand während eines Italienurlaubs mit seiner Tochter. Fromm wollte auf einer Brücke in Florenz von seiner Tochter und sich ein Portrait schießen lassen, mochte allerdings nicht ständig fremde Touristen darum bitten. So entstand der Grundgedanke des Selfie-Sticks. Zwei Jahre lang tüftelte er so lange daran, bis er mit der technischen Ausführung und dem Design des innovativen Teleskopstabs zufrieden war. Der unter dem Markennamen QuickPod bekannte Selfie-Stick wurde so zum Begründer einer neuen Gattung und wurde zur erfolgreichsten Erfindung des Unternehmers. Mittlerweile wurden Selfie-Sticks weltweit in die Sortimente der Fotofachgeschäfte aufgenommen und auch im Online-Handel sind sie ohne weiteres erhältlich. In der Zwischenzeit gibt es auch Selfie-Sticks von allen möglichen Herstellern.

Sehr häufig werden die praktischen Teleskopstäbe beispielsweise von Extremsportlern genutzt, denen mit deren Hilfe spektakuläre Aufnahmen gelingen, etwa beim Skifahren oder Klettern.

Das bisher wahrscheinlich berühmteste Selfie entstand übrigens anlässlich der Oscar-Verleihung im Jahr 2014, als die Moderatorin Ellen deGeneres ein Bild von sich vor dem Publikum schoss und weitere Stars wie Brad Pitt dazu animieren konnte. Innerhalb einer Stunde wurde es auf Twitter rund 1,4 Millionenmal aufgerufen.

Selfie-Sticks müssen über eine stabile Halterung für das Smartphone verfügen
Selfie-Sticks wirken wie eine Verlängerung des Arms
Foto: cegoh /pixabay

Wie funktioniert ein Selfie-Stick?

Im Prinzip ist ein Selfie-Stick eine ausziehbare Teleskopstange, mit dessen Hilfe Selfies besser gelingen sollen. Er funktioniert gewissermaßen als Verlängerung des Arms der Person, die das Selfie schießt. Am oberen Ende des Stabs wird das Smartphone befestigt und entsprechend positioniert. Da das Ende beweglich ist, können verschiedene Fotoperspektiven eingenommen werden. Da Stange ermöglichst es dem Anwender, wahlweise das Selfie aus der Vogelperspektive oder aus einer „normalen“, horizontalen Perspektive zu erstellen; sogar Aufnahmen aus der Froschperspektive sind denkbar.

Außerdem kann durch das Einstellen der Länge des Selfie-Sticks die Nähe bzw. Distanz von Auslöser und Objekt bestimmt werden: Bei Nahaufnahmen muss der Stick nicht weit weg vom Körper gehalten werden, bei Distanzaufnahmen wird die Stange verlängert. Das ist zum Beispiel bei Gruppenaufnahmen mit mehreren Personen nötig oder auch, wenn der Hintergrund gut erkannt werden soll, etwa ein bekanntes Bauwerk oder Denkmal.

Damit das Selfie reibungslos gelingt, ist bei den meisten Sticks der Auslöser in den Griff integriert, mit dem der Stab festgehalten wird. Meist handelt es sich um Bluetooth-Auslöser, die eine Reichweite bis zu zehn Metern haben. Es gibt aber auch Varianten von Selfie-Sticks mit einem externen Fernauslöser, der ebenfalls über Bluetooth betätigt wird. Daher ist es wichtig, dass das Smartphone bluetooth-fähig ist und die entsprechende Funktion beim Auslösen des Selfies im Gerät aktiviert ist. Manche Selfie-Sticks enthalten in ihrem Griff überdies einen Akku, der über eine USB-Schnittstelle aufgeladen werden kann.

In welchen Situationen wird ein Selfie-Stick gebraucht?

Seit einiger Zeit ist der Selfie-Stick zu einem nahezu unverzichtbaren Accessoire für viele Touristen geworden, schließlich will man die schönsten Urlaubseindrücke mit sich selbst im Bild festhalten, sei es ein atemberaubender Sonnenuntergang am Strand oder aber Attraktionen wie der Pariser Eiffelturm, den man besucht hat. Außerdem sind Sie mit einem Selfie-Stick von anderen unabhängig. Denn immer wieder kommt es zur der Situation, dass gerade niemand verfügbar ist, der ein Bild von Ihnen vor einem bestimmten Hintergrund machen könnte. Das erledigt dann der Selfie-Stick für Sie. Manchmal ist es auch einfach zu kompliziert, andere um ein Foto zu bitten, etwa, wenn sprachliche Verständigungsschwierigkeiten vorliegen und es sehr umständlich wäre, den Auslösemechanismus zu erklären. Dazu kommt die Gefahr des Diebstahls, da es sich bei Smartphones um Wertgegenstände handelt, die schnell zu Geld gemacht werden können.

Ein gelungenes Selfie zu erstellen ist gar nicht so einfach
Selfies mit dem Smartphone sind u.a. als Urlaubschnappschüsse sehr beliebt
Foto: laura6 /pixabay

Weitere Vorteile des Selfie-Sticks ergeben sich aus der Tatsache, dass Gruppenbilder besser gelingen, sich kein störender Arm im Bild befindet, und der Bildhintergrund, beispielsweise ein Bergpanorama, besser zur Geltung kommt, da sich durch den Teleskopstab automatisch ein größeres Bildumfeld ergibt.

Inzwischen sind sogar wasserfeste Selfie-Sticks erhältlich, die eindrucksvolle Unterwasser-Impressionen liefern können. All diejenigen, die im Urlaub und in ihrer Freizeit gerne schwimmen, tauchen, surfen oder segeln und das gerne im Bild festhalten, empfiehlt sich die Anschaffung eines wasserfesten Sticks.

Damit Sie Ihren Stick überall mit hinnehmen können, sollten Sie beim Kauf darauf achten, dass er zusammenklappbar ist und kein allzu hohes Gewicht besitzt, damit er bequem auf Sightseeing-Touren mitgenommen werden kann. Bei manchen Modellen ist es sogar möglich, neben dem Smartphone auch eine schwerere Digitalkamera zu befestigen und zu betätigen. Achten Sie bitte auch unbedingt darauf, dass die Halterung, an der das Smartphone befestigt wird, einen stabilen und sicheren Eindruck macht, denn es sollte keineswegs auf den Boden fallen dürfen, da es erheblichen Schaden nehmen kann.